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Informationen zum Täter-Opfer-Ausgleich

Der Täter-Opfer-Ausgleich: Konfliktvermittlung (Mediation) in Strafsachen

Kugeldarstellung der SituationEine Straftat hat viele unangenehme Folgen, für alle Beteiligten. Der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) kann den Schaden begrenzen und eine außergerichtliche Wiedergutmachung der aufgetretenen Ungerechtigkeiten erreichen. Hierfür berücksichtigt er sowohl die Interessen, Anliegen und Erwartungen des Geschädigten als auch des Beschuldigten. Ein ausgebildeter Konfliktvermittler (Mediator) schafft als unparteiischer Dritter die Möglichkeit, im direkten Kontakt gemeinsam über die Tat zu sprechen und den Konflikt zu bearbeiten. Geschädigter und Beschuldigter können so zusammen mögliche Lösungen entwickeln.

Der Täter-Opfer-Ausgleich ermöglicht ...

  • in einem geschützten Rahmen mit einem neutralen Vermittler über das Vorgefallene zu sprechen.
  • den Konfliktgegner auf Wunsch auf "neutralem Boden" zu treffen.
  • gemeinsam eine Lösung des Konfliktes zu suchen.
  • eine Wiedergutmachung zu finden, mit der beide Seiten einverstanden sind.
  • eine Abmachung zu treffen, wie zukünftig miteinander umgegangen werden soll.

Was tun die Mediatoren?

Die Mediatoren handeln im Einverständnis mit allen Beteiligten. Ihre Haltung ist allparteilich: alle Meinungen und Interessen gelten ihnen gleich viel. Sie arbeiten justizunabhängig. Mit dem, was ihnen im Mediationsgespräch anvertraut wird, gehen sie vertraulich um. Ihre Aufgabe ist es, die Beteiligten darin zu unterstützen, selbst eine geeignete Lösung ihres Konfliktes zu finden.

Wie läuft der Täter-Opfer-Ausgleich ab?

Jede Seite vereinbart zunächst einen Termin für ein ausführliches Einzelgespräch, in dem über die Tat und ihre Folgen gesprochen wird. Danach wird nach möglichen Interessen und Wiedergutmachungsleistungen gesucht, z. B.:

  • eine persönliche, schriftliche oder öffentliche Entschuldigung
  • finanzielle Leistungen wie Schmerzensgeld oder Schadensersatz
  • Reparaturen oder andere Arbeiten
  • ein Geschenk
  • gemeinsame Aktivitäten
  • und vieles mehr ...

Ausgleichgespräch, Wiedergutmachungskonferenz, indirekte Vermittlung?

Wenn gewünscht, können die Beteiligten in einem gemeinsamen Treffen (Mediationsgespräch) miteinander über den Vorfall sprechen und sich auf konkrete Wiedergutmachungsleistungen einigen.

Das Mediationsgespräch kann in kleiner Runde als Ausgleichsgespräch zwischen den direkt Beteiligten und dem Mediator stattfinden. Es ist aber auch möglich, Angehörige, Freunde und andere Personen des Vertrauens in die Mediation einzubeziehen und eine Wiedergutmachungskonferenz durchzuführen. Wird kein persönliches Gespräch gewünscht, dann kann in einer Pendelmediation indirekt vermittelt werden.

Wann endet der Täter-Opfer-Ausgleich?

Sind sich die Betroffenen einig, können sie die Wiedergutmachungsleistungen und die Beilegung des Konfliktes verbindlich in einem Schlichtungsvertrag festhalten. Sobald die vereinbarten Leistungen vollständig erfüllt sind, ist der Täter-Opfer-Ausgleich beendet.

 
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